Unschlagbar verhandeln in 10 Schritten Menu

Unschlagbar verhandeln in 10 Schritten

Wie geht gutes Verhandeln? Erste und wichtigste Regel: Indem man es überhaupt macht. Unfassbar viele Kolleginnen und Kollegen verhandeln nämlich gar nicht und akzeptieren einfach das Honorar, das ihnen genannt wird. Das verbietet sich ab sofort von selbst.

1. Verhandle immer. Und zwar, bevor du die Leistung erbringst.

2. Vor dem Verhandeln musst du wissen, was die Redaktion in etwa zahlt. Das ist deine Holschuld: Frag Kolleginnen und Kollegen von Kollegen.

3. Danach verhandle zuerst mit dir. Drei Zahlen sind wichtig: Welches Einstiegsgebot willst du nennen? Was ist dein Zielhonorar, also das, was du tatsächlich haben möchtest? Dieses Honorar sollte etwas unter dem Einstiegsgebot liegen. Ganz wichtig: Wo liegt deine Grenze, ab der du Nein sagst? Schreibe dir diese drei Zahlen auf einen Zettel und weiche nicht von ihnen ab.

4. Wenn die andere Seite über dein Angebot nachdenkt: Sag einfach mal nichts.

5. Verhandle lieber mündlich, nicht per Mail.

6. Akzeptiere weder Reichweite noch Renommee der Redaktion als Argument. Sage stattdessen: „Niemand lebt von Reichweite.“ Halte dir immer vor Augen, dass eine Redaktion, die sich auf ihr Renommee beruft, von journalistischer Qualität abhängig ist. Die gibt es nicht in billig.

7. Und weil du das weißt, lieferst du immer sehr gute Arbeit ab. Du bist deinen Preis wert.

8. Wer sich nicht ausnutzen lässt, wird auch nicht ausgenutzt. Sag Nein zu einem Auftrag, der deine Grenze unterschreitet. Lässt du dich auf einen schlechten Deal ein, schimpfe nicht auf deine Vertragspartner. Sie sind nicht gemein, sie haben nur einen guten Deal gemacht.

9. Wenn zu wenig Geld geboten wird, du aber trotzdem ins Geschäft kommen willst: Verhandle über den Umfang des Auftrags. Statt 12.000 Zeichen gibt es 8000. Oder die Redaktion nimmt dir Arbeit ab. Kann sie zum Beispiel Protagonistensuche, Reiseplanung, Archivrecherche, Infokästen und Autorisierung übernehmen?

10. Seid ihr im Geschäft, schicke an deine Auftraggeberinnen eine Bestätigungsmail mit dem ausgehandelten Honorar plus Umsatzsteuer, voraussichtlicher Textlänge und Deadline. Bitte nicht um eine Bestätigung dieser Mail.

Extratipp: Infos sind bares Geld wert: Nutze das Honorar-Tool. Tausche dich mit Freischreibern aus. Wenn du keine kennst, frag dir unbekannte Freischreiberinnen. Werde Freischreiber.