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Über das Projekt

Diese Website soll das Schweigen brechen. Denn welche Redaktionen wie viel zahlen, ist gut gehütetes Insiderwissen. Das schadet uns allen – und darf nicht so bleiben.

Ach, was habe ich nicht schon alles für Fehler gemacht. Zu spät verhandelt, zu kurz verhandelt. Miese Honorare nach langer Diskussion akzeptiert. Oder am schlimmsten: gar nicht verhandelt.

Und ich bin nicht allein. Kaum ein Journalist redet offen über sein Gehalt oder seine Honorare. Das ist schlecht. Für uns alle. Denn durch fehlende Transparenz verlieren wir alle jeden Tag Geld. Doch das Thema ist ein Tabu. Keiner möchte als Krösus dastehen oder – noch schlimmer – wegen seines mickrigen Einkommens bemitleidet werden.

Deswegen ist diese Website entstanden: weil wir reden müssen, es aber nicht tun. Und weil Geld wichtig ist. Gerade für Journalisten. Denn prekäre Gehälter und Honorare sind mittlerweile so normal, dass der Nachwuchs gar nichts anderes mehr erwartet. Sie sind so häufig, dass schon viele gute Journalisten ihrem Beruf den Rücken gekehrt haben. Das darf nicht sein so bleiben.

Das Medien-Ranking

Diese Website soll für mehr Transparenz sorgen. Mittels Datenspenden bauen wir eine Datenbank der Gehälter und Honorare deutschsprachiger Journalisten auf und stellen sie allen zur Verfügung. Mit ihr können Journalisten schon vor der Verhandlung übliche Zeilenhonorare oder Gehälter recherchieren. Wir hoffen, damit zu einer gerechteren Entlohnung beitragen zu können.

Wir möchten mit dieser Datenbank auch all jene Verlage und Medien unter Druck setzen, die ihre Redakteure und freien Autoren besonders schlecht bezahlen. Denn wer nicht zahlt, verdient auch keinen guten Journalismus.

Deswegen veröffentlichen wir einmal im Jahr den Freischreiber-Report über Gehälter und Honorare der deutschsprachigen Medienlandschaft (※ Freischreiber-Report). Darin analysieren und visualisieren wir die gespendeten Daten. Zudem werden wir alle Medien in einem Ranking listen, sodass Journalisten sich leicht einen Überblick verschaffen können, wer fair und wer mies bezahlt.

Dabei achten wir auf die Anonymität (※ Datenschutz) aller Spender. Wir verschlüsseln die Datenübertragung und geben Gehaltsinformationen nicht an Dritte weiter (ausgenommen zu wissenschaftlichen Zwecken bei gleichen Datenschutz-Standards). Zudem veröffentlichen wir nur Ergebnisse, wenn keine Rückschlüsse auf die exakte Höhe der Datenspende möglich sind. Haben wir beispielsweise nur einen Datensatz zu einer Redaktion, zeigt die Datenbank keine Ergebnisse an, um die Anonymität des Spenders zu schützen. Erst ab einer Mindestanzahl von drei Datenspenden geben wir Durchschnittswerte – nie aber exakte Gehaltsinformationen – heraus.

Was die Daten nicht können

Allerdings ist zu beachten, dass die Daten auf freiwilligen Spenden von Journalisten beruhen. Weder die Spender noch die Spenden sind repräsentativ für die deutsche Medienlandschaft und erlauben keine statistisch belastbare Berechnung von wirklichen Durchschnittshonoraren und -gehältern (※ Methodik). Hinzu kommt, dass die Berechnung von Durchschnittswerten durch die mannigfaltigen Beschäftigungsverhältnisse erschwert werden. So ist beispielsweise die Verrechnung von Zeilenhonoraren und Pauschalen für Video-Beiträge seriös kaum möglich.

Trotzdem hoffen wir, dass Journalisten mit dieser Website fairere Gehälter und Honorare aushandeln können – und bedanken uns bei allen Kollegen, die dem Projekt freiwillig ihre Daten zur Verfügung stellen.

Denn ohne euch geht hier gar nichts.