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Die Methodik

Anonym und transparent. Möglichst viel zeigen, aber nicht unsere Datenspender versehentlich verraten. Das war die Herausforderung dieses Projekts. Wir haben uns darum entschieden, auf „gleitende“ Werte für alle Grafiken zu setzen. Doch was genau bedeutet das?

Jeder Wert, den wir angeben, geht nicht auf einen einzelnen Datenspender zurück. Stattdessen errechnen wir stets Mittelwerte, um auf unsere Ergebnisse zu kommen. Der Grund: Datenschutz. Denn wir müssen sicherstellen, dass kein Spender von seinem Arbeit- oder Auftraggeber identifiziert werden kann. Lieber verzichten wir auf die Darstellung von Ergebnissen, als dass wir unsere Spender verraten.

Wir visualisieren deswegen nur dann ein Mediangehalt oder ein Medianhonorar, wenn wir mindestens drei Datenspenden haben. Wenn das zutrifft, errechnet unsere Datenbank einen Schnitt, der auf den drei bzw. vier „mittigsten“ Werten aller Angaben zu einem Medium basiert. Die Berechnung auf Basis der „mittigsten Werte“ (gleitender Median) hat aber noch einen weiteren Vorteil: Weil wir auf die Werte in der Mitte schauen und nicht einen Durchschnitt aller Werte errechnen, können einzelne Ausreißer nach oben und unten unsere Analyse nicht zu sehr verzerren.

Rechenbeispiel I

Angenommen, wir haben sieben Angaben von Journalisten, die bei Spiegel Online frei gearbeitet haben. Aus ihren Datenspenden zu Honorar und zeitlichem Aufwand lassen sich via Dreisatz die folgenden Stundenhonorare berechnen:

Datensätze: 20, 25, 30, 35, 55, 55, 60 (Euro pro Stunde)

Dann berechnet sich unser gleitender Medianwert als Mittelwert von 30, 35 und 55.

Gleitender Median: (30 + 35 + 55) / 3 = 40 Euro pro Stunde

Haben wir dagegen eine gerade Anzahl von Werten, dann nehmen wir nicht die drei mittigsten, sondern die vier mittigsten Werte. Das Medianhonorar siehst du in unseren Grafiken als den grauen Punkt auf dem Chart.

Neben dem Medianwert zeigen wir auch den Rahmen, in dem die Gehälter und Honorare variieren. In der Analyse ist das als vertikaler grüner Balken dargestellt. Wir geben dort allerdings nur einen Korridor für Gehälter und Honorare an, wenn wir mindestens sechs Datenspenden zu diesem Medium haben. Ist das der Fall, nehmen wir uns die drei höchsten und die drei niedrigsten Werte und errechnen darauf basierend unser gleitendes Minimum und unser gleitendes Maximum.

Rechenbeispiel II

Konkretes Beispiel: Gehen wir wieder von den sieben Einträgen aus, für Leute, die bei Spiegel Online frei gearbeitet haben.

Datensätze: 20, 25, 30, 35, 55, 55, 60 (Euro pro Stunde)

Die drei unteren Werte sind 20, 25 und 30. Das Minimum, das wir errechnen, ist entsprechend:

Minimum: (20 + 25 + 30) / 3 = 25 Euro pro Stunde

Und für das Maximum gilt:

Maximum: (55 + 55 + 60) / 3 = 56,67 Euro pro Stunde

Haben wir sogar mehr als 30 Werte für ein Medium oder über alle Medien hinweg jeweils für Freie, Pauschalisten und Freie, so zeigen wir die oberen zehn Prozent und die unteren zehn Prozent.

Rechenbeispiel III

Konkretes Beispiel: Gehen wir von vierzig Einträgen aus, für Leute, die bei Spiegel Online frei gearbeitet haben.

Datensätze: Wir nehmen die oberen vier und die unteren vier Werte

Die vier unteren Werte sind zum Beispiel 20, 25, 25 und 30. Das Minimum, das wir errechnen, ist entsprechend:

Minimum: (20 + 25 + 25 + 30) / 4 = 25 Euro pro Stunde

Und für das Maximum gilt bei folgenden vier Werten:

Maximum: (55 + 55 + 60 + 60) / 4 = 57,5 Euro pro Stunde

Diese Werte siehst du bei uns als Balken in der Grafik. Weil aber die exakten Maximum- und Minimum-Werte in der Realität wenig Bedeutung haben, beenden wir die Balken nicht mit einem klaren Trennstrich, sondern lassen sie mit einem weichen Übergang enden.

Natürlich hat auch diese Methodik ihre Schwächen. Und hundertprozentige Sicherheit kann niemand garantieren. Es ist ein Spagat dieses Projekts, möglichst präzise, aber nicht identifizierende Daten zu liefern. Wir wollen und müssen verhindern, dass ein Verlag oder ein Sender einen einzelnen Datenspender identifizieren und später wegen seiner Offenheit bestrafen kann.